CZ 97 Sport - Gesamtansicht

CZ 97 Sport

Die CZ 97 Sport wird von der Firma Waffen Oschatz in Stuttgart hergestellt. Die Waffe wird zwar auch von Frankonia vertrieben, das Design und die gesamte Produktion kommen aber von Kurt Tschofen bei der Firma Oschatz. Herr Tschofen verkauft die CZ 97 Sport zwar fuer den gleichen Preis wie Frankonia, aber er legt normalerweise das eine oder andere Extra bei. Bei meiner CZ 97 Sport hat er zum Beispiel den Standard-Double-Action Abzug gratis durch einen Single-Action Abzug ausgetauscht.

CZ 97 Sport - Gesamtansicht

CZ 97 Sport (rechte Seite) mit einer Patrone .45 ACP. Die Seriennummer habe ich auf dem Bild entfernt, aber das Ulmer Beschusszeichen ist gut zu erkennen!

Die CZ 97 Sport basiert auf der CZ 97B der Firma Ceska Zbrojovka – Uhersky Brod (CZ-UB) und wurde ursprüglich in den 90ern für den amerikanischen Markt entwickelt. Basierend auf der CZ 75 hat man seinerzeit die Waffe ein bisschen vergrössert, um die in den USA sehr populäre .45 ACP verschiessen zu können. Die CZ 97B ist mechanisch mit der CZ-75B weitestgehend identisch, hat aber einen etwas vergrösserten (und minimal im Design veränderten) Rahmen, um das breitere Magazin und die grössere Patrone aufnehmen zu können.

Der Verschluss der CZ 97B ist ein modifiziertes Browning-System ohne Kettenglied. Stattdessen wird eine geschlossene Steuerkurve benutzt (was natürlich von den “Anleihen” des Grundmodells CZ 75 bei der FN Browning HP kommt – darüber vielleicht ein andermal mehr). Die CZ 97B hat eine manuelle Sicherung, eine automatische Schlagbolzensicherung, und eine Fallsicherung in form einer Sicherheitsrast. Sowohl die automatische Schlagbolzensicherung als auch die Ladestandsanzeige wurden in der CZ 97 Sport entfernt. Das verbessert zwar die Abzugscharakteristik, zeigt aber deutlich, dass die CZ 97 Sport eine Sportwaffe ist und auch so benutzt werden sollte.

CZ 97 Sport - Baugruppenansicht

Baugruppenansicht der Hauptkomponenten der CZ 97 Sport (linke Seite). Gut zu erkennen ist die unter Druck stehende Verschlussfeder und die geschlossene Steuerkurve am Lauf.

Der Rahmen der CZ 97 Sport ist (wie auch der des Original) komplett aus Stahl. Mit Kurt Tschofen’s 6 Zoll Stahl-Schlitten bringt die CZ 97 Sport ein ordentliches Gewicht von etwa 1250g auf die Waage. Dies macht die Waffe ideal zum statischen Scheibenschiessen, und sie bringt dafür nach dem Umbau auch die nötige Ausstattung mit:

  • 6 Zoll Schlittenmit mit 6 Zoll Polygon-Matchlauf
  • LPA Mikrometervisier (in der neuen Version auch mit hinterschnittenem Korn für’s Scheibenschiessen, habe ich leider nicht)
  • Triggerstop
  • Fixiertes Schloss (das lose Schloss ist eine Krankheit bei allen CZ 75 basierten Waffen!)
  • Überarbeiteter Double-Action Abzug
  • Checkering am Griffstück

Optional ist auch ein Single-Action Abzug wie bei meinem Exemplar möglich (s. Bilder).

Die CZ 97 Sport kommt mit dem 10 Schuss Standardmagazin der CZ 97B, d.h. es können auch preiswerte Magazine von Drittherstellern (z.B. Mec-Gar) benutzt werden.

Alles in allem ist die CZ 97 Sport ist eine hervorragende Waffe in .45 ACP, die den Vergleich mit qualitativ hochwertigen (und teuren) 1911-Klonen nicht zu scheuen braucht. Sie hat sehr enge Passungen – auf den Fotos ist gut zu erkennen, dass die Schienen am Verschluss und Griffstück vom Gebrauch blank geschliffen sind. Wenn die Waffe nicht ordentlich geputzt oder schlecht geölt ist, kann es daher auch zu Fehlfunktionen kommen. Mir ist das bisher nie im Wettkampf passiert – aber ich reinige grundsätzlich alle meine Sportwaffen vor einem Wettkampf aus genau diesem Grund sehr gründlich 🙂

Waffen im Flugzeug

Es ist mit einigem Aufwand verbunden, wenn man Waffen im Flugzeug transportieren will, aber es ist nicht unmöglich: Für die Fluggesellschaften zählen Waffen als Sportgeräte und unterliegen denselben Tarifbestimmungen wie zum Beispiel Golfschläger.

Der Aufwand, den man betreiben muss, und die Anzahl an unnötigen Rückfragen, hängt jedoch stark von der Fluggesellschaft ab. Es ist zum Beispiel in Deutschland eher ungewöhnlich, dass man Waffen im Flugzeug mitnehmen will. Wenn man mit jemandem von Lufthansa spricht, bekommt man daher oft erst einmal ein “weiss ich nix von” oder “nee, das geht doch gar nicht” zu hören. Bei Swiss Air oder United sieht das gleich ganz anders aus, und da Swiss Air inzwischen zur Lufthansa gehört, und United Teil der “Star Alliance” ist, sickert so langsam auch das nötige Fachwissen zu den Lufthansa-Agents durch.

Egal mit welcher Airline man fliegt, das Procedere ist immer ähnlich:

  1. Etwa eine Woche vor Abflug sollte man das Service-Center der Fluglinie anrufen, und sie über den Waffentransport informieren. Die Lufthansa will normalerweise eine detaillierte Liste der Waffen haben (Art der Waffe, Hersteller, Modell, Seriennummer), während andere Airlines mit den simplen Mitteilung “ich habe eine oder mehrere Waffen dabei” zufrieden sind
  2. Wichtig für Lufthansa-Kunden:
    • Obwohl es die Lufthansa mit den Waffen so genau nimmt, kann sich da niemand vorstellen, dass die Waffen auch etwas wiegen. Daher muss der Kunde immer selbst daran denken, auch gleich ein extra Gepäckstück mit dem entsprechenden Gewicht anzumelden! Ansonsten kann es vorkommen, dass man beim Check-In gesagt bekommt, dass das Flugzeug schon zu schwer ist und die Waffen nicht mitkönnen. Man steht dann mit einem Koffer voller Waffen in der Abflughalle und weiss nicht, wohin damit. Während das mit ein paar Golfschlägern nur ärgerlich ist, hat man mit Waffen dann ein grosses Problem! Mir ist das schon passiert, und die immer kundenunfreundliche Lufthansa erstattet in diesem Fall nicht den Ticketpreis 🙁
    • Waffen sind normalerweise ziemlich schwer, und man kommt fast immer über die Freigepäckgrenze. Die Lufthansa kennt hier kein Pardon und verlangt gleich saftige Zuschläge. Ich bin einmal mit Lufthansa in die USA und mit United zurückgeflogen. Beim Hinflug habe ich bei Lufthansa 550 Euro Übergepäckgebühr bezahlt, beim Rückflug mit United nur 50 Dollar! Es lohnt sich also, zu verhandeln – oder besser gleich mit einer anderen Airline zu fliegen.
    • Die Waffenliste ist bei der Lufthansa bindend, d.h. man kann nicht noch eben schnell eine Waffe mehr oder weniger mitbringen. Beim Check-In wird das zwar fast nie kontrolliert (ist bei mir erst ein oder zwei Mal vorgekommen), aber falls der Check-In Agent kontrolliert, muss die Liste stimmen. Das ist eine reine Lufthansa-Regel, aber man muss sich daran halten, wenn man mit Lufthansa flieht.
  3. Am Abflugtag mindestens eine Stunde extra Zeit mitbringen. Bei innerdeutschen Flügen sollte man etwa 2 Stunden vor Abflug am Check-In sein, bei internationalen Flügen mindestens 3 Stunden
  4. Man benötigt folgende Papiere beim Check-In:
    • Besitzgenehmigung (z.B. Waffenbesitzkarte oder Jagdschein)
    • Bei Flügen in die EU: Europäischer Feuerwaffenpass
    • Bei Flügen ausserhalb der EU: Einfuhrerlaubnis des Gastlandes
    • Ausweis oder Reisepass
    • Unter Umständen braucht man noch eine Ausfuhrerlaubnis der BAFA. Das hängt von der Art der Waffe und von der Dauer der Ausfuhr ab. Bei einem normalen Urlaub ist das nicht nötig.
  5. Beim Check-In muss dem Check-In Agent gleich mitgeteilt werden, dass man Waffen dabei hat. Der Agent wird dann den Check-In normal durchführen, und auch Tags ausdrucken und am Koffer anbringen. Man bekommt oft aber keinen Boardingpass, sondern stattdessen den Waffenkoffer zurück. Der Agent ruft dann die Bundespolizei zur Waffenkontrolle. Das führt oft zu komischen Blicken der Leute in der Schlange, aber das ist man ja als Waffenbesitzer in Deutschland fast schon gewohnt. Wichtig: der Koffer bleibt zu, bis die Bundespolizei zum Öffnen auffordert. Niemals den Koffer ohne Anweisung der Bundespolizei aufmachen, auch nicht auf Anweisung durch den Check-In Agent!
  6. Die Bundespolizei eskortiert einen normalerweise in ein Kabuff mit Sichtschutz, oder aber zur Sperrgepäckannahme. Dort packt man dann alle Waffen aus, und die Bundespolizei schaut sich die Papiere (Besitzgenehmigung, Feuerwaffenpass, Einfuhrerlaubnis, etc.) an und vergleicht sie mit den Waffen.
  7. Dann wird der Koffer durchleuchtet und verschwindet in den Tiefen des Flughafens. Waffen werden immer eingecheckt, man kann sie nie in die Kabine mitnehmen!
  8. Falls man keinen Boardingpass bekommen hat, muss man zum Schalter zurück und sich die Bordkarte beim Agenten abholen. Gegebenenfalls muss man vorher am Zahlschalter noch das Übergepäck bezahlen, aber die Check-In Agents vergessen nie, einem das zu sagen 🙂

Die Bundespolizei klebt nach der Kontrolle ein Siegel auf den Waffenkoffer und befestigt auch einen Hinweis, dass die Waffen nur persönlich übergeben werden dürfen (s. Foto). Das hat den grossen Vorteil, dass man seine Waffen am Zielflughafen dann nicht aus dem normalen Gepäck raussuchen muss, sondern von einem Mitarbeiter der Fluggesellschaft bekommt. Die Waffen werden bevorzugt behandelt – man bekommt sie also lange, bevor das normale Gepäck entladen wird. Ausserdem fummelt niemand vom Zoll (in Deutschland oder im Gastland) an den Waffen oder am Gepäck rum, nachdem der Koffer versiegelt und abgeschlossen wurde. Wenn ich in manche Länder reise, packe ich daher immer eine Kurzwaffe ins Gepäck: die wiegt nicht viel, und macht Luftreisen in diese Länder viel komfortabler!

Abschliessend noch drei wichtige Hinweise:

  • Beim Transit durch ein europäisches Land in einen Drittstaat brauch man keinen Europäischen Feuerwaffenpass. Wenn man zum Beispiel von Deutschland über Amsterdam in die USA fliegt, zählt das als Transit (und spart für jede Waffe um die 25 Euro)
  • Falls der Anschlussflug Verspätung hat, sollte man die Waffen nicht in Empfang nehmen, weil dann kein Transit mehr vorliegt. Wenn die Fluggesellschaft also ein Hotel bezahlt, die Waffen am Flughafen lassen oder besser gleich selbst dort übernachten.
  • Wenn man über England fliegt, kann man seine Waffen gleich zum verschrotten geben: die Engländer sollten die internationalen Transitgesetze zwar beachten, tun es aber oft nicht. Ich fliege daher niemals über Heathrow, auch wenn es manchmal billiger ist – es kann vorkommen, dass die Waffen aus dem Gepäck aussortiert und eingezogen werden.

Übrigens: Munition muss extra angemeldet und von den Waffen getrennt transportiert werden. Es gibt hier eine Menge Anforderungen, denn im Gegensatz zu Waffen zählt die Munition als Gefahrgut. Und weil Munition üblicherweise auch recht schwer ist, wird die ganze Sache dann sehr schnell sehr teuer. Wenn es keinen trifftigen Grund gibt, meine eigene Munition mitzubringen, kaufe ich die normalerweise immer am Zielort.

Waffenkoffer

Wenn man seine Waffen nicht nur im Kofferraum zum Schiessstand transportiert, sondern auch mal eine Reise im Flugzeug unternehmen oder sie im LKW (Postversand!) transportieren will, gibt es eigentlich nur zwei Alternativen:

Die Peli Cases sind technisch besser, aber leider auch extrem teuer. Da ich oft mit meinen Waffen fliege, habe ich lange überlegt, ob ich das extra Geld für Peli Cases anlegen soll oder ob SKB nicht gut genug ist.

Ich habe mich am Ende für SKB Cases der “2SKB” Serie entschieden: sie bieten fast die gleichen Features wie die Peli Cases, und sind annährend so robust. SKB gibt auch ein paar hundert Euro Garantie auf den Inhalt, sollte der Koffer beim Transport auseinanderbrechen.

Das Foto zeigt einen meiner zwei “2SKB-5014” Koffer, die ich schon auf vielen Flugreisen dabei hatte. Die Koffer waren dabei bist zu 35 kg schwer, und die Jungs am Flughafen gehen nicht gerade zimperlich mit solchem Gepäck um. Wenn man sich die Kanten anschaut, kann man gut sehen, dass der Koffer schon des öfteren über Beton oder Asphalt gezogen und einige Male fallengelassen wurde. Dass der Koffer dabei nicht auseinandergebrochen ist, und dazuhin noch ganz gut aussieht, sprich für das Produkt!

Wie an den verschiedenen Einbuchtungen und Ausbeulungen gut zu erkennen ist, sind die Koffer stapelbar. Ausserdem haben sie solide Ausbeulungen an den Ecken und Kanten, um die empfindlichen Stellen des Koffers bei Schlägen und Stössen vor Beschädigungen zu schützen. Die Koffer haben einen Griff ander Vorderseite, und Rollen an der Rückseite. Das ist sehr hilfreich, wenn man einen 35 kg Koffer über weite Strecken schleppen muss.

Alle Waffenkoffer haben zwei kritische Schwachstellen: Die Scharniere auf der Rückseite, die den Koffer zusammenhalten sollen. Und die Schlösser auf der Vorderseite, die den Koffer geschlossen halten sollen. Bei den SKB Koffern sind die Scharniere gut verarbeitet und sehr stabil. An der Vorderseite hat der SKB 2SKB-5014 vier Laschen, von denen zwei mit Steckschlössern ausgestattet sind. Man kann die anderen beiden Laschen auch mit solchen Steckschlössern nachrüsten, aber viel Sicherheit bieten die Schlösser nicht: Mehr als ein Dutzend Schlüsselkombinationen gibt es für diese Art Schloss einfach nicht. Es ist aber auch nicht die Aufgabe dieses Schlosses, den Inhalt vor fremdem Zugriff zu schützen – mehr als Gelegenheitsdiebe kann es nicht abhalten: stattdessen soll es verhindern, dass die Lasche während des Transports aufgeht. Diese Lasche rastet zwar doppelt ein (zuerst die Lasche selbst, und dann nochmal eine Sicherheitslasche), aber im Laderaum eines Flugzeugs passieren sehr merkwürdige Dinge! Ich habe schon öfters erlebt, dass eine oder beide der Mittellaschen (ohne Steckschlösser) nach dem Flug offen waren. Ich hätte mir daher gewünscht, dass SKB auch die beiden Mittellaschen ab Werk gleich mit Steckschlössern ausstattet.

Der Koffer hat auch noch an jeder Seite zwei Ösen, die mit einem Vorhängeschloss abgeschlossen werden können. Dies sollte man unbedingt tun, nicht nur, weil auf die Steckschlösser kein Verlass ist, sondern auch um den gesetzlichen Anforderungen im internationalen Lufttransport genüge zu tun. Ausserdem sind die beiden Vorhängeschlösser eine Lebensversicherung, falls die Mittellaschen aufgehen sollten: Der Koffer ist dann noch immer an 4 Punkten verriegelt. Im Bild gut zu erkennen sind die beiden Ausbeulungen, die das Schloss (und die beiden Ösen) beim Transport vor Schlägen und Stössen schützen.

Das letzte Bild zeigt einen Innenansicht des 2SKB-5014. Die Koffer der 2SKB-Baureihe sehen innen alle ähnlich aus. Der 2SKB-5014 bietet Platz für vier Langwaffen, zwei oben, und zwei unten. Die Waffen sind durch Noppenschaumstoff gut geschützt, und werden durch ein langes Stück Schaumstoff voneinander getrennt. Der Koffer ist sehr gross, ich habe schon problemlos vier Ordonanzgewehre (lange Peru Mauser) oder auch 16 Kurzwaffen darin verpackt (daher die 35 kg Gewicht :-)).

Fazit: Definitiv eine Kaufempfehlung für die SKB Koffer der 2SKB-Baureihe!

Waffentransport

Nach dem derzeit gĂŒltigen Waffenrecht ist der Transport einer Waffe eine besondere Art des FĂŒhrens. FĂŒr gewöhnlich benötigt man zum FĂŒhren einer Waffe eine besondere Erlaubnis, den Waffenschein. Allerdings gibt es Ausnahmen von dieser Regel: Wird eine Waffe lediglich transport, und werden bestimmte Voraussetzungen beim Transport eingehalten, so ist dieses FĂŒhren erlaubnisfrei. Wichtig fĂŒr Waffensammler: diese Erleichterung gilt generell nicht fĂŒr Kriegswaffen (vgl. Merkblatt BMWi zur “Beförderung von Kriegswaffen innerhalb des Bundesgebietes”).

Entsprechend §12 Absatz 3 Nr 2 WaffG benötigt man keine Erlaubnis zum FĂŒhren einer Waffe, wenn diese nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit im Rahmen eines vom BedĂŒrfnis umfassten Zweck oder im Zusammenhang damit transportiert wird.

Vom BedĂŒrfnis umfasster Zweck und der Zusammenhang damit

Mit dem Term “vom BedĂŒrfnis umfasster Zweck” hat der Gesetzgeber eine Konstruktion geschaffen, die verhindern soll, dass Sportwaffen eines TĂŒrstehers im Rahmen seiner TĂ€tigkeit in der Disko eingesetzt werden. Das bedeutet streng genommen, dass eine Sportwaffe nur zum Sportschießen, eine Jagdwaffe nur zum Jagen und eine Sammlerwaffe nur zum Sammeln benutzt werden darf. Gleiches gilt damit auch fĂŒr den erlaubnisfreien Transport: Sammlerwaffen dĂŒrfen damit beispielsweise erlaubnisfrei zu einer Sammlerbörse, zum BĂŒchsenmacher, zum Funktionstest auf den Schießstand oder zu einem Sammlerkollegen transportiert werden. Sportwaffen können z.B. zu einem Wettkampf mitgenommen werden.

FĂŒr JĂ€ger gilt eine Sonderregelung: Jagdscheininhaber haben die Möglichkeiot, im Revier zur befugten JagdausĂŒbung, dem Ein- und Anschießen im Revier, zur Ausbildung von Jagdhunden im Revier, zum Jagdschutz opder auch zum Forstschutz Waffen ohne Waffenschein zu fĂŒhren (und auch damit zu schießen). DarĂŒber hinaus ist es ihnen erlaubt, beim Transport im Zusammenhang mit diesen TĂ€tigkeiten die Waffe nicht schussbereit zu fĂŒhren (z.B. offen auf dem RĂŒcksitz eines PKW, §13 Abs. 6 WaffG). Anders als bei SportschĂŒtzen und Sammlern spielt also die Zugriffsbreitschaft keine Rolle, es muss sich allerdings um eine jagdlich genutzte Waffe handeln.

Schussbereite Waffen

Eine Waffe ist schussbereit, wenn sie entweder geladen oder unterladen ist, d.h., sich eine Patrone im Patronenlager oder unmittelbar unter dem Patronenlager befindet.

Zugriffsbereite Waffen

WĂ€hrend die Schussbereitschaft leicht definiert werden kann, ider die Zugriffsbreitschaft seit jeher ein BetĂ€tigungsfeld fĂŒr die Gerichte. Seit der GesetzesĂ€nderung am 1. April 2008 ist hier in doppelter Hinsicht eine PrĂ€zisierung vorgenommen worden:

  • Eine Schusswaffe ist Zugriffsbereit, wenn sie unmittelbar in Anschlag gebracht werden kann
  • Eine Waffe ist auf jeden Fall nicht zugriffsbereit, wenn sie in einem verschlossenen BehĂ€ltnis mitgefĂŒhrt wird.

Dies dient nicht dem Zweck, die Waffe vor dem Entwenden durch Dritte zu schĂŒtzen, sondern dem Besitzberechtigten selbst den Zugriff zu erschweren. Der Schutz vor dritten ist auch nicht notwendig, denn die Waffe befindet sich wĂ€hrend des Transports ja unter stĂ€ndiger Aufsicht.

Um diesen Vorschriften genĂŒge zu tun, reicht also schon ein einfaches Stofffutteral, das mit einem VorhĂ€ngeschluss durch die ReisverschlĂŒsse gesichert ist. Ebenfals zulĂ€ssig nach obiger Definition wĂ€re aber auch ein Karton, der mit Klebeband verschlossen ist.

In der Praxis zeigt sich aber: besser auf den zweiten Teil der Definition vertrauen, und “verschlossen” heißt “abgeschlossen”. Dies gilt insbesondere, wenn sperrige Waffenkoffer nicht in den Kofferraum passen und die RĂŒckbank umgeklappt wird, d.h. die Waffe im Fahrgastraum transportiert wird. Kombis, Vans, SUVs oder Transporter bieten ohnehin keine Trennung von Fahrgastraum und GepĂ€ckraum.

WĂ€hrend ein verschlossenes BehĂ€ltnis immer ausreicht, um rechtliche Sicherheit zu bieten, ist der schwammige Begriff des “unmittelbar in Anschlag bringens” Garant fĂŒr Ärger mit Polizei und Gerichten. Daher meine Empfehlung:

  • Eine ungeladene Waffe sollte immer ungeladen in einem abgeschlossenen BehĂ€ltnis transportiert werden.
  • Notfalls kann sie aber auch in einem geschlossenen BehĂ€ltnis transportiert werden, dann aber so, dass es mehr als 3 Handgriffe in 3 Sekunden benötigt, um sie in Anschlag zu bringen.

In letzerem Fall sollte bei einer Polizeikontrolle die Form des Transports Ă€ußerst penibel dokumentiert werden. Insbesondere Fotos werden vor Gericht sehr hilfreich sein, denn die Staatsanwaltschaft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Gerichtsverfahren anstrengen. Kann dann der korrekte Transport nicht nachgewiesen werden, droht der Verlust der ZuverlĂ€ssigkeit und damit aller Waffenrechtlichen Erlaubnisse.

Aufbewahrung erlaubnispflichtiger Waffen

Erlaubnispflichtige Schusswaffen mĂŒssen so verwahrt werden, daß nur der rechtmĂ€ĂŸige Besitzer (d.h. derjenige, auf den die WBK ausgestellt ist, in welche die entsprechende Waffe eingetragen ist) Zugriff darauf hat. Dies dient zum einen dem Schutz der Öffentlichkeit – schließlich sollen die Waffen bei einem Einbruch nicht in die HĂ€nde von Verbrechern fallen. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch der Schutz des Waffenbesitzers und seiner Angehörigen: Auch bei der besten Erziehung kann nicht ausgeschlossen werden, daß ein im Haushalt lebendes Kind (oder viel wahrscheinlicher: Ein Freund des Kindes, das mit Waffen nicht vertraut ist) die Waffe lĂ€dt und sich oder andere verletzt oder gar tötet – die Folgen wĂ€ren fĂŒr alle Beteiligten dramatisch.

Munition hingegen muß lediglich gegen Abhandenkommen gesichert sein, darf jedoch nur in AusnahmefĂ€llen gemeinsam mit der zugehörigen Waffe verwahrt werden.

Der Gestzgeber hat fĂŒr Tresore in verschiedenen Sicherheitsstufen folgende Regelungen zur Aufbewahrung beschlossen:

Sicherheitsstufe Langwaffen Kurzwaffen Munition
A bis 10 0 nur nicht zu den Waffen gehörige
A mit Innentresor bis 10 0 im Innentresor beliebig
A mit Innentresor der Stufe B bis 10 bis 5 im Innentresor im Innentresor beliebig
B unbegrenzt bis 5 falls Tresor leichter als 200 kg, sonst bis 10 nur nicht zu den Waffen gehörige
B mit Innentresor unbegrenzt bis 5 falls Tresor leichter als 200 kg, sonst bis 10 im Innentresor beliebig
0 unbegrenzt bis 5 falls Tresor leichter als 200 kg, sonst bis 10 beliebig
1 unbegrenzt unbegrenzt beliebig